Meine Eltern wollen eine Wohnung verkaufen (sie haben 2). Da sie schon im Ruhestand sind, ist es sinnvoll, das Geld in ETFs zu investieren?
Sie sind 76 und 74 Jahre alt, klar im Kopf und gesund, aber heutzutage Menschen können bis 100 leben. Meine Eltern haben nie Geld angelegt, können aber lernen.
Sollten ETFs nicht zu empfehlen sein, was wäre eine gute Alternative?

Gerd Kommer ist auch ein ETF-Junkie der jetzt selber ETF‘s verkauft. Ein Verkäufer wird wohl niemals sein Produkt schlechtreden, oder?
Zwar geht Kommer in dem Artikel auf einige Grundprobleme bei Renditeberechnung von Immobilieninvestments ein, vergisst aber den Unterschied von Land und Stadtimmobilien und den Zeitraum einzugrenzen auf 2000 bis 2025. Was bringt einem 1969?
Und wie bei jedem Investment muss zwangsläufig immer die Steuer mitbedacht werden. Durch die Steuer (Afa) bekommt man zB gut 42% des Investments als Steuererstattung über 25 Jahre zurück.
Macht er nicht, ist dann auch alles wahnsinnig komplex.
Als persönliche Anekdote: Haus 2014 gekauft für 380k all-in und 2024 verkauft für 630k netto. Wir hatten 80k EK und sind 10 Jahre später mit 630k rausgekommen. Kredit war da abbezahlt. Unsere Miete war vor dem Kauf bei 1000€ warm * 120 Monate = 120k. D.h. von 200k (80+120) auf 630k in 10 Jahren. Das schafft man mit Aktien nicht. Und wir hatten noch nicht mal so einen krassen unter-2%-Kredit.
Gegenrechnung: 80k in ETF auf 10 Jahre verdoppelt = 160k. 180k (Differenz Kaufwert minus Miete also was wir in Kredit+Zinsen getan haben) in ETF über 10 Jahre (50%) =270k. D.h. von 200k auf 430k (160+270)
Aber das war jetzt nur ein Eigenheim. Als Investment käme dann noch 380k * 42% Einkommenssteuerquote drauf. 160k auf 25 Jahre. Gut dafür hat man dann auch den ganzen Nerv mit Mietern.
Du müsstest ein entsprechend gehebeltes ETF-Investment zum Vergleich heranziehen. Der MSCI World hat sich von 2014 bis 2024 fast verdoppelt, also wären aus einem 380k Investment auch locker 630k geworden. Vermutlich über 700k. Allerdings hättest du vermutlich keinen entsprechend guten Kredit bekommen für ETFs und dann natürlich noch die Steuern auf den Gewinn. Hausbesitz wird definitiv mehr gefördert. Andererseits hast du mit 2014-2024 eine außergewöhnlich profitable Zeitspanne erwischt, wie man im Diagramm oben sieht. Als relativ frischer Hausbesitzer hoffe ich, dass die nächsten Jahre ähnlich profitabel werden.
Das ist der Punkt, den du schreibst: Auf ein Haus bekommst du Kredit, auf ETF‘s nicht. Ich hatte tatsächlich mal überlegt das Haus zu beleihen und in ETF‘s zu gehen als es bei um die 0,5% war. War meiner Frau aber zu „unnormal gedacht“ und ihre Eltern waren schlechte Vorbilder mit Hauskredit. Noch in der Rente nicht abbezahlt.
Ja, mit dem Haus war Mut zum Tun und Glück. Wir sind allerdings nicht auf Wertsteigerung aus.
Damals waren die Preise seit 3 Jahren am Steigen und alle so „Wir warten ab. Das wird wieder fallen und dann kaufen wir“
Wir haben sogar einen Haustausch/upgrade vor 3 Jahren gemacht als die Zinsen explodierten. 3,5% schreckten nicht ab, das kannten wir. Und wir haben ein Traumhaus gekauft, dass sonst nicht zu haben wäre. Es gab genau 2 Interessenten beim Kreditschock.
Ich kenne Arbeitskollegen, die seit 15 Jahren auf den großen Abschwung warten. Einer hat letztes Jahr gekauft. Er wurde wegen Eigenbedarf aus dem Miethaus gekündigt. Also mit Druck gekauft. Einige trauen sich eben nicht den Schritt zu tun.
Dir Glückwunsch und ich bin überzeugt, du wirst es nicht bereuen. Über die Jahre gehen Mieten rauf und dein Kredit runter. Zwangssparen hilft beim Vermögensaufbau.