Hallo zusammen,
Da es über die Monate immer mal wieder Nachfragen gab: die Liste sind nur Beispiele. Solange es jetzt keine Nachrichten sind und ihr der Meinung seid, es könnte andere Menschen interessieren, dann stellt es uns anderen Nutzern vor, erzählt was euch daran gefällt und warum ihr es mit uns teilt. Blogpost, Sachbuch, egal. Nur Memes und Nachrichten würde ich ausnehmen, da daraus schon der große Rest des Fediverses besteht.
Was habt ihr in der letzten Woche so an tollen Büchern gelesen, Filme geguckt, Spiele gezockt, Musik entdeckt, Museen oder Veranstaltungen besucht, … ?


Triggerwarnung: (Kinds)Tot, Krieg
Ich habe das nächste Level des Älterwerdens freigeschaltet:
War gestern auf dem Hauptfriedhof in Frankfurt. Meine Eltern und Großeltern fanden es immer voll schön da spazieren zu gehen, aber ich dachte mir immer “weird flex, zwischen Leichen zu spazieren, but OK”.
Ich wollte eigentlich nur zum Grab meiner Mama, aber dann musste ich auf’s Klo und war auf einem Quest über den Friedhof. Boah, ist das “schön” da spazieren zu gehen 😅. Man trifft niemanden, es ist super ruhig, super grün. Nur Vögelchen und Eichhörnchen als Begleiter. Aber immer was zu gucken: Ehrengräber von Berühmtheiten, ungepflegte Gräber von jüngst Verstorbenen, wiederum gepflegte Gräber von Leuten, die schon gefühlt ewig tot sind. Wenn man sich die Grabplatten so anschaut, entstehen im Kopf direkt Geschichten.
Krass mitgenommen hat mich ein Gemeinschaftsgrab für totgeborene Kinder. Sauviel Babyspielzeug, Hippgläschen, Windspiele etc. Daneben, ganz förmlich, ein Schild “Dieses Gemeinschaftsgrab ist voll, wir haben dortunddort ein Neues eröffnet”.
Aber am krassesten natürlich die Kriegsgräber aus 1. und 2. WK. Sooooo viele Grabplatten mit Frau, Kind1, Kind2 ff. aus den Bombenangriffen.
Eins war ein 2-Wochen altes Baby mitsamt Mutter, gestorben bei einem Luftangriff Anfang März 1945. Keine zwei Wochen später war Frankfurt schon eingenommen, der Krieg war de facto schon vorbei, aber irgendwo mussten die Bomben ja noch hin, wäre ja schade drum. Auch krass, wie bei den ersten Angriffen das noch voll geordnet war, alle Opfer identifiziert etc. Ab Herbst 1944 dann immer öfter “unbekannt”, bei den Gräbern von 1945 hat es dann offenbar kaum mehr interessiert. Und halt direkt daneben dann die unzähligen Reihen aus dem 1. WK. Fragt man sich, ob damals niemand über den Friedhof spaziert ist, sich das anzuschauen?!
Ja, anyway, viele Gedanken, viele Emotionen, die ich halt jetzt mit eigener Familie und eigener Trauererfahrung eben ganz anders einordne, als vor 20 Jahren, wo ich das komisch fand.