Die CDU sieht die Gefahr, dass Linksextreme und »Teile des migrantischen Milieus« geplante Jugendproteste vereinnahmen. Grüne und Linke warnen vor einem Generalverdacht.

  • DrunkenPirate@feddit.org
    link
    fedilink
    arrow-up
    4
    ·
    9 days ago

    Bekannte politische Machtstrategie - die deutsche Angst vorm Chaos:

    Blickt man auf die Rhetorik der vergangenen Jahre, wird erkennbar, dass sich mit der deutschen Angst vor Chaos gut Politik machen lässt: Die Warnung vor ausuferndem Protest wird in Deutschland leicht zu einem Instrument, um bürgerlichem Aufbegehren an sich die Kraft zu rauben. So wurden »Klimakleber« zu »Klimaterroristen« erklärt, und es wurde hart gegen sie vorgegangen. Und das, obwohl die große Mehrheit der Klimaproteste vollkommen harmlos blieb. Auch wegen dieser Rhetorik ist die Protestbewegung heute am Ende.

    Wirklich guter Artikel, der so auch in der Zeit (paywall) stand: https://kontrapolis.info/18797/

    Aber die Hamburger Protestforscherin Nina-Kathrin Wienkoop sieht bis heute eine tief sitzende Angst vor dem Chaos in Deutschland, unter anderem als Folge der Erfahrungen in der Weimarer Republik. »Frankreich war immer näher an einer Revolution als wir«, sagt sie, »zumindest in Westdeutschland.« Und auch der Protest gegen die DDR endete nicht im Chaos, sondern friedlich. In den Siebziger- und Achtzigerjahren kam es dennoch zu massiver Protestgewalt in Deutschland. In Wackersdorf und Brokdorf etwa warfen Demonstrierende der Antiatomkraftbewegung Molotowcocktails auf die Polizei, diese setzte Hubschrauber und Wasserwerfer ein. Aber auch diese Zeit ging anders als die französischen Erfahrungen nicht als positive Erinnerung ins kollektive Bewusstsein ein. Im Gegenteil.